Сагаалган (Новый год по восточному календарю)

Das ist unglaublich, aber die Burjaten haben die Zeit, in der sie einen Monat lang nur Liebe und Wohltaten füreinander erweisen. Das ist die Zeit des Neujahrfestes „Sagaalgan“, was in der burjatischen Sprache das Fest des Weißen Mondes bedeutet. Nach diesem Fest beginnt der Frühling. Das Licht des Festes lässt alle Schmerzen, Zorn und Neid verschwinden. Es befreit die Menschen von allem Schlechten und bringt für das neue Jahr  das Wohlergehen.

In den Datsans (buddhistischen Tempeln)  werden feierliche Riten begangen. Zwei Tage vor dem Neujahr wird ein magisches Ritual „Dugshuba“ verrichtet, bei dem ein großes Feuer angezündet wird. Die Menschen reiben die Haut mit kleinen Teigklumpen, Stoffstücken oder Servietten  ab, die im Feuer vor dem Datsan verbrannt werden. Dies steht für Reinigung von den Krankheiten, Sünden, Kränkungen, und dem Missgeschick des zu Ende gehenden Jahres und soll neue Kräfte für Wohltaten im kommenden Jahr bringen.

In den Datsans werden Gottesdienste im Laufe von 15 Tagen abgehalten, die  Buddhas 15 Wundertaten gewidmet sind. Burjaten glauben daran fest: damit das kommende Jahr erfolgreich wird, muss man unbedingt an diesen Tagen  viel beten.   

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Das Fest kam nach Burjatien aus schweren Zeiten. Sagaalgan wird in

den Reiseberichten noch in den Zeiten von Tschngis-Chan erwähnt.

1990  wurde ihm der Status des offiziellen Nationalfestes verliehen.

 

 

 


Den Vorabend verbringen die Menschen zu Hause mit der Familie und begehen zwei Riten – Anbetung und das Beschenken der Gottheiten, die das Heim beschützen. Auf den Altar stellt man Buddhastatuen und Darstellungen der buddhistischen Gottheiten.  Man zündet Altarkerzen, Duftstäbchen an, stellt Schalen mit Opfergaben hin: mit Milchprodukten, Süßigkeiten, am besten mit einem Hammelbruststück, die man dann mit einem  Oberschenkelbein anrichtet. Diese Speisen sollen vor dem Altar einige Tage stehen, danach wird  aufgeräumt. Jedes Familienmitglied  bekommt von der Fleischspeise ein Stück.

Die Burjaten pflegen immer noch eine alte Tradition, bei der sie der älteren Generation große Verehrung erweisen. Am ersten Tag des neuen Jahres besucht man den ehrwürdigsten Menschen. Die Kinder erscheinen zur feierlichen Begrüßung bei ihren Eltern und Großeltern mit Geschenken und besten Wünschen.

Der Volksglaube besagt, je mehr Gäste an diesen Tagen das Haus besuchen, je reicher der Tisch gedeckt ist, desto glücklicher und reichlicher  wird das kommende Jahr. Das Wort „Sagaalgan“ bedeutet „weißer Mond“, deswegen nennt man das Fest auch „Milch- oder Quarkfest“. „Weißes Essen“ symbolisiert Reinheit, Frische und Güte. Alle Etappen des Festes begleiten Milchspeisen: Quark, Käse, Salamat (burjatischer Käse aus Sauerrahm und Mehl), Urmen (getrocknete oder eingefrorene Milchhäutchen). Und natürlich Milchtee.