Buddhistisches Zentrum Russlands (Hunnen-Ringwall – Heilige Wasserquellen – Ivolginsky - Kloster)

 

Hunnen-Ringwall


 

25 km von Ulan-Ude entfernt befindet sich der berühmte Ivolginsker Ringwall – die erste Hunnen - Siedlung in der Region, sie stammt aus dem II. v. u. Z. In seiner Blütezeit war das ein großes administratives Zentrum des nördlichen Nomaden-Reiches. Er befand sich am Rande des Reiches, aber dennoch spielte er eine große Rolle in dem Reich, das sich von Hingan im Osten bis Altaj Im Westen erstreckte.

Nach den Einschätzungen der Wissenschaftler zählte die Stadt ca. 4 000 Einwohner. Um die Stadt herum wurden vier Wälle mit Gräben dazwischen errichtet. Die Hunnen konnten Eisen schmelzen und schmieden, Gebrauchsgegenstände aus Stein, Lehm und Tierknochen machen. Man findet überall Spuren des für die damalige Zeit hochentwickelten Handwerks.

Im Hunnen-Ringwall war die eigentliche Hunnen-Kultur stark ausgeprägt, was ihn zu einem einzigartigen Denkmal macht. Aber wer waren die Hunnen? War das ein mongolisches oder ein Turkvolk? Unter den Gelehrten herrscht keine Einigkeit. Einige meinen, dass die Hunnen ein Konglomerat beider Ethnien sind. Die anderen glauben, dass die Hunnen ein Turkvolk sind.

Die Stadt Ulan-Ude entstand nicht „auf der grünen Wiese“. In grauer Vorzeit existierte hier die Hunnen-Stadt im Laufe von fast  300 Jahren. Hier befand sich die Siedlung des berühmten Zhaojun, des Hunnen-Häuptlings Mode. Vor der Erschließung Sibiriens durch Kosaken bewohnten das Territorium mongolische Stämme. Im Laufe von Jahrhunderten nomadisierten sie in den fruchtbaren Gegenden am Zusammenfluss der Uda und der Selenga mit ihren Filzjurten und zahlreichen Viehherden.

Heute befindet sich der Ringwall auf dem Territorium von Ulan-Ude. In der letzten Zeit wurden die Ausgrabungen wieder aufgenommen. Die erste Siedlung stammt aus dem X. Jh. v.u.Z. Sie befindet sich in der Umgebung der Stadt. Einige Funktionäre und Wissenschaftler glauben, dass die Geschichte der Stadt Ulan-Ude mit dem Gründungsdatum der Hunnen-Stadt beginnt. Sie wendeten sich an UNESCO mit dem Gesuch um den Status des Weltkulturerbe-Objektes für Ulan-Ude.

 

Silberwasser-Quelle


 

Die Quelle Chaljutinsk steht auf der Liste der Natur-Denkmäler Burjatiens. Sie befindet sich 17 km vom Dorf Ivolga, am Ausläufer des Bergrückens Chamar-Daban, am Oberlauf der Chaljuta. Das Wasser aus der Quelle ist durch seine Heilwirkung bekannt.

Die Quelle hat ihre Legende. Vor sehr langer Zeit lebte in der Gegend eine Familie. Die Tochter in der Familie war schön, aber krank. Sie hieß Chaljuta. Einmal entdeckte der Vater während der Jagd eine Quelle. Er trank das Wasser aus der Quelle und die Müdigkeit verschwand wie weggewischt. Er holte das Wasser für seine Tochter. Nachdem sie das Wasser getrunken hatte, fühlte sie sich besser. Die Eltern badeten die Tochter in der Quelle. Bald darauf wurde sie gesund.

Das Wasser hilft gegen die Radikulitis, Osteochondrose und Lungenkrankheiten.

Vor kurzem wurde eine zweite Quelle in dem Nachbardorf  Orongoj entdeckt, als dort die heilige Stupa gebaut wurde. Der Quelle wurde der Name des berühmten buddhistischen Mönches Itigelov gegeben.

Es wurde festgestellt, dass das Wasser viel Silber enthält und eine bestimmte Heilwirkung hat. Merkwürdig ist, dass es um die Quelle herum keinen einzigen Brunnen mit Süßwasser gibt.

Das Wasser aus dieser Quelle hilft gegen die Zuckerkrankheit, Hautkrankheiten, Allergie, heilt Wunden, verjüngt die Haut und stärkt die Abwehrkräfte. Das Wasser kann man ohne Einschränkung trinken. Es schadet der Gesundheit nicht. Aber das Wasser darf man nicht in unbegrenzten Mengen holen, dies wird von den Lamas kontrolliert.

Auf dem Weg zum Ivolginsky Kloster sieht man mehrere umzäunte Brunnen. Die Buddhisten schonen heilige Quellen in dem Glauben, dass der Mensch nichts unverdient bekommt.

 

Ivolginsky - Kloster


 

Der Buddhismus kam an der Wende der XVI.-XVII. Jahrhunderte nach Burjatien. 1741 erließ Zarin Jelisaveta Petrovna offiziell die Anerkennung der buddhistischen Religion in Russland.

Ende des XIX. Jh. gab es in Burjatien 40 Tempel, in denen über 10.000 Lamas tätig waren. Die buddhistischen Tempel waren gleichzeitig Universitäten, in denen Tibetisch, Mongolisch, Sanskrit, buddhistische Philosophie, tibetische und mongolische Medizin, Astrologie unterrichtet wurden. Daneben entwickelten sich der Buchdruck, Ikonenmalerei und Sakralbau.

In den 1930-er Jahren wurden der Buddhismus sowie das orthodoxe Christentum von der Sowjetmacht verfolgt. Buddhistische Schulen und Klöster wurden geschlossen, viele Lamas wurden ermordert und in die Lager verbannt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg, im Jahre 1946 wurde der Bau eines Klosters genehmigt. Das war das Ivolginsky Kloster.

1991 wurde bei dem Kloster das buddhistische Institut „Dashi Chojnchorlin“ eröffnet. Hier werden Geistliche, Lehrer, Übersetzer der kanonischen Texte, Ikonenmaler ausgebildet. Der Ausbildungsprozess verläuft nach den Traditionen der Klosterschule Goman.

Auf dem Gelände des Klosters befinden sich mehrere Tempel, Wohnhäuser, administrative Bauten, Skulpturen, Gebetstrommeln, Wirtschaftsbauten, ein Museum und ein Hotel
Die Buddhisten glauben, dass der Mensch nur ein Sandkörnchen im Weltall ist. Um gutes Leben zu haben, folgen sie den Ratschlägen der Lamas. Die Menschen kommen zu den Lamas mit unterschiedlichen Bitten: ein Horoskop für neugeborene Kinder zusammenstellen, für sie einen Namen, einen Lebensgefährten wählen, das Datum der Hochzeit, der Einzugsfeier, der Operation, der Bestattung nach dem Mondkalender bestimmen. Die Menschen fragen die Lamas, wann sie ihr Unternehmen gründen sollen, an welcher Universität ihre Kinder studieren sollen und worauf sie achten sollen.  Im Frühling wenden sich an die Lamas viele Eltern der Schulabgänger und der Einberufenen. Buddhismus ist eine Religion und eine Philosophie.

Die Gespräche der Lamas mit den Menschen sind einer Psychoanalyse ähnlich. Die Gebete mildern seelische Schmerzen und Besorgnis, entlasten von Trauer und Verwirrung, klären das Bewusstsein auf. Nach dem Besuch des Klosters sollen die Menschen reine Gedanken haben und das Leben im neuen Licht sehen.
Seit einiger Zeit ist das Kloster ein Pilgerort für Gläubige aus aller Welt. Der Grund ist das Phänomen des nicht verwesten Körpers vom 12. Pandito Chambo-Lama Daschi-Dorscho Itigilow (1852-1927). Der Sarg befindet sich seit 2002 im Ivolginsky Kloster. Der Chambo-Lama war im Alter von 75 Jahren während der Meditation verstorben. Er wurde in einem Sarg aus Zedernholz begraben. Nach 75 Jahren wurde sein Körper exhumiert. Den Zustand vom Chambo-Lama kann niemand erklären. Sein Körper ist in einem guten Zustand erhalten geblieben.
Die Buddhisten glauben, dass der Chambo-Lama für alle Menschen großes Mitleid empfindet. Und deswegen kommen die Menschen zu ihm und bitten um Hilfe. Es gibt mehrere Fakten der Wunderheilung, der Karma-Änderung, der Rettung der Menschenseele.

Adresse: Ivolginskiy Rayon, Werchnjaja Ivolga,

Tel.: + 7 (3012) 21-57-17,

Visitenzetrum: + 7- 908 595 55 45

Anreise mit der Buslinie 130.

Art der Fortbewegung: per Bus und zu Fuß.

Dauer: 1Tag

Entfernung von Ulan-Ude: 50 km